Erfreuliches Resultat im Geschäftsjahr 2020 trotz Corona

  • Erfreuliches operatives Unternehmensergebnis
  • Portfoliowert steigt aufgrund von Arrondierungen und Aufwertungs­gewinnen weiter an
  • Abgewickeltes Projektvolumen der Generalunternehmung in anspruchsvollem Umfeld erhöht
  • Finanzielle Jahresberichterstattung erstmals nach Swiss GAAP FER
  • Antrag auf stabile Ausschüttung von CHF 6.75 pro Aktie

Im Geschäftsjahr 2020 hat Allreal trotz den Herausforderungen im Zusammenhang mit der Coronakrise ein gutes Unternehmens­ergebnis erwirtschaftet. Das Unternehmens­ergebnis inklusive Neubewertungs­effekt lag bei CHF 167.2 Millionen (2019: CHF 243.2 Mio.) und wurde wie im Vorjahr durch Aufwertungs­gewinne positiv beeinflusst. Exklusive Neubewertungs­effekt erzielte das Unternehmen ein ansprechendes Unternehmens­ergebnis von CHF 124.7 Millionen (2019: CHF 142.0 Mio.). Der Rückgang um 12.2 Prozent ist insbesondere auf Einmal­effekte aus dem Verkauf von Entwicklungs­liegen­schaften im Vorjahr zurückzuführen.

Mit dem Ausbruch der Coronakrise und den behördlich angeordneten Massnahmen sah Allreal sich mit einer ganzen Reihe von Begehren nach Mietzins­stundungen oder Mietzins­erlassen konfrontiert. Das Unternehmen suchte mit den unverschuldet in Zahlungs­engpässe geratenen Mietern von Büro- oder Gewerbe­flächen rasch und unkompliziert nach individuellen Lösungen. Allreal hat sich mit allen betroffenen Mietern für die Phase des Lockdown im Frühjahr 2020 ausnahmslos geeinigt und Mietzins­erlasse in der Höhe von CHF 1.5 Millionen gewährt.

Stabile Ausschüttung beantragt

In der Berichtsperiode behauptete sich die Allreal-Aktie bei sehr volatilen Börsen erneut eindrucksvoll und erreichte in einem heraus­fordernden Gesamtmarkt neue Höchststände. Am Stichtag lag der Schlusskurs mit CHF 203.50 um 5.8 Prozent über dem Vergleichswert aus dem Vorjahr. Damit erzielte die Aktie im Branchen­vergleich eine deutlich bessere Entwicklung. Der Kursanstieg sowie die im April 2020 erfolgte Ausschüttung von CHF 6.75 pro Aktie führten zu einer erfreulichen Gesamt­performance von 9.3 Prozent.

Aufgrund des guten Resultats, der langfristig stabil erwarteten Geschäfts­entwicklung und unter Einbezug der kurzfristigen Unwägbar­keiten der Coronakrise beantragt der Verwaltungsrat der General­versammlung vom 16. April 2021 eine Ausschüttung auf Höhe des Vorjahrs von CHF 6.75 pro Aktie. Diese setzt sich aus einer ordentlichen Dividende von CHF 3.50 pro Aktie und einer für private Schweizer Anleger steuerfreien Auszahlung aus den Reserven aus Kapital­einlagen von CHF 3.25 pro Aktie zusammen.

«Im Geschäftsjahr 2020 hat Allreal trotz den Heraus­forderungen im Zusammenhang mit der Coronakrise ein gutes Unternehmens­ergebnis erwirtschaftet.»

Geschäftsfeld Immobilien mit beeindruckender Stabilität

Im zweiten Halbjahr 2020 hat Allreal eine Büro­liegenschaft in Wetzikon ZH für rund CHF 84 Millionen erworben, die ab November 2020 voll ertrags­wirksam wurde. Die attraktive und moderne Immobilie ist langfristig mit Reichle & De-Massari an einen weltweit führenden Anbieter von Verkabelungs- und Connectivity-Lösungen für Kommunikations­netze vermietet. Im Vorjahr erfolgte zudem der Übergang einer Wohnliegen­schaft in Zürich Schwamendingen ins alleinige Eigentum des Unternehmens. Zusammen mit den Ende des Jahres 2020 aus der Eigen­entwicklung fertig­gestellten Liegen­schaften sind höhere Mieterträge absehbar. In der Berichtsperiode resultierten Mieterträge von CHF 200.4 Millionen (2019: CHF 203.1 Mio.).

Die kumulierte Leerstandsquote sank im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich um 0.8 Prozent­punkte und liegt mit 1.4 Prozent auf dem tiefsten Niveau, das Allreal je erreicht hat. Der Wert belegt die Robustheit des Portfolios und die sehr guten Leistungen im Portfolio­management sowie in der Bewirtschaftung. Trotz der Corona-bedingten schwierigen Lage ist auch im Folgejahr nur mit einer geringen Erhöhung des Leerstands zu rechnen.

Der direkte Aufwand für die Rendite­liegen­schaften lag in der Berichts­periode erwartungs­gemäss leicht höher bei CHF 27.9 Millionen. Daraus resultierte eine Aufwandsquote von 13.9 Prozent. Die Netto­rendite betrug erfreuliche 4.1 Prozent.

Der Transaktionsmarkt ist unverändert von einer starken Rendite­kompression geprägt. Aufgrund der tiefen Leerstands­quote sowie der stabilen Mieterträge in den kommenden Jahren erfolgte eine Aufwertung des Gesamt­portfolios um CHF 55.2 Millionen. Die durch den externen Liegenschaften­schätzer vorgenommene Neubewertung sowie die Veränderungen im Portfolio resultierten in einem um rund fünf Prozent höheren Marktwert des Gesamt­portfolios von CHF 4.53 Milliarden.

Gutes Ergebnis im Geschäftsfeld Generalunternehmung

Der Erfolg aus General­unternehmung lag in der Berichts­periode bei CHF 46.6 Millionen (2019: CHF 66.3 Mio.), was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 29.7 Prozent entspricht. Im Geschäftsjahr 2019 hatte das Geschäftsfeld massgeblich von einem positiven Einmaleffekt aufgrund eines Teilverkaufs einer Entwicklungs­reserve profitiert. Die Bruttomarge im Drittgeschäft entwickelte sich leicht rückläufig und lag bei 12.0 Prozent, da sich aufgrund der allgemeinen Lage die abzuwickelnden Projektvolumen vor allem in der zweiten Jahreshälfte in der Tendenz weniger stark erhöhten als geplant.

Auf Stufe EBIT der Generalunternehmung erwirtschaftete das Unternehmen ein Betriebs­ergebnis von CHF 10.6 Millionen (2019: CHF 25.5 Mio.).

In der Berichtsperiode bearbeitete die Sparte Entwicklung Eigen- und Drittprojekte mit einem potenziellen Bauvolumen von mehreren hundert Millionen Franken. Damit trägt sie massgeblich zur stabilen Auslastung der Realisation bei. Die intensiven Akquisitions­bemühungen der Sparte Entwicklung führten zum Erwerb eines für die Entwicklung und die Realisation geeigneten Wohnbau­grundstücks in Zürich Albisrieden mit einem Investitions­volumen von rund CHF 60 Millionen.

Das von der Sparte Realisation abgewickelte Projekt­volumen erhöhte sich im Berichtsjahr auf CHF 363.4 Millionen. Davon entfielen 77.2 Prozent auf Dritt- und 22.8 Prozent auf Eigenprojekte.

Per Ende Jahr betrug der gesicherte Arbeitsvorrat rund CHF 741 Millionen, was einer Auslastung der vorhandenen Kapazitäten von rund 24 Monaten entspricht.

Ausgezeichnete Finanzlage

Die Finanz­verbindlich­keiten nahmen per Stichtag im Vergleich zum Vorjahr um CHF 177.6 Millionen auf CHF 2.18 Milliarden zu. Per 31. Dezember 2020 lag der durchschnittliche Zinssatz für Finanz­verbindlich­keiten bei weiter rückläufigen 0.71 Prozent, und die durch­schnittliche Dauer der Zinsbindung reduzierte sich auf 49 Monate (31.12.2019: 56 Monate).

Im September 2020 begab Allreal eine 0.7%-Obligationen­anleihe über CHF 175 Millionen mit einer Laufzeit bis ins Jahr 2028. Damit hat das Unter­nehmen am Stichtag 55.9 Prozent der Finanz­verbindlich­keiten über den Kapitalmarkt refinanziert. Auf Festhypotheken entfielen 26.1 Prozent und auf feste Vorschüsse 18.0 Prozent.

Das Konzerneigenkapital stieg auf CHF 2.41 Milliarden, was einem Eigenkapital pro Aktie (NAV) von CHF 169.40 entspricht. Die Eigenkapital­quote lag per Ende Jahr bei 48.4 Prozent und das Net Gearing bei 88.6 Prozent. Damit verfügt das Unternehmen mit einer Verschuldungs­kapazität von beinahe CHF 1.5 Milliarden weiterhin über ein hohes Mass an unternehmerischer Freiheit und finanziellem Handlungs­spielraum.

Positiver Ausblick hängt vom weiteren Verlauf der Coronakrise ab

Aufgrund des anhaltend tiefen Zinsniveaus sind die Aussichten für den Schweizer Immobilien- und Baumarkt intakt. Die Planrechnungen für das Geschäftsjahr 2021 zeigen für Allreal steigende Liegenschaften­erträge im Geschäftsfeld Immobilien und ein verbessertes Resultat der General­unternehmung. Demgegenüber stehen die Schwierigkeiten, die Auswirkungen und die Folgen der Pandemie einzuschätzen.

Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet Allreal in Abwägung all dieser Chancen und Risiken ein steigendes operatives Unternehmens­ergebnis, das über CHF 125 Millionen liegen dürfte.

Der Verwaltungsrat und die Gruppen­leitung danken den Mitarbeitenden für ihren grossen Einsatz in diesen ausser­gewöhnlichen und anspruchs­vollen Zeiten. Bei den Aktionären bedankt sich Allreal für das entgegen­gebrachte Vertrauen und die Unterstützung.