Allreal auf Wachstumskurs mit erfreulicher Gewinnsteigerung im Geschäftsjahr 2021

  • Operatives Unter­nehmens­ergebnis liegt deutlich über Vorjahr
  • Grossakquisition in der Westschweiz stärkt Geschäfts­modell
  • Generalunternehmung verdoppelt Betriebs­ergebnis
  • Neue Nachhaltigkeits­strategie mit ambitionierten Zielen
  • Antrag auf höhere Ausschüttung von CHF 7.00 pro Aktie

Im Geschäftsjahr 2021 hat Allreal ein Unternehmens­ergebnis erzielt, das deutlich über dem Vorjahr liegt. Mit der Übernahme mehrerer Gesellschaften in der Westschweiz baut das Immobilien­unternehmen mit eigener General­unternehmung die Geschäfts­aktivitäten in der Westschweiz markant aus, verbessert das Risikoprofil und schafft damit einen zusätzlichen Treiber für ein stetiges und qualitatives Portfolio­wachstum. Zudem präsentierte Allreal im vergangenen Jahr die neu erarbeitete Nachhaltigkeits­strategie. Das Unternehmen fokussiert auf die Themen­felder, auf die es den grössten Einfluss hat, und setzt sich ambitionierte Ziele.

In der Berichtsperiode erzielte Allreal ein um 9.2 Prozent höheres Unternehmens­ergebnis inklusive Neubewertungs­effekt von CHF 182.6 Millionen (2020: CHF 167.2 Mio.). Erneut war das Ergebnis von Aufwertungs­gewinnen auf den Anlage­liegen­schaften positiv beeinflusst.

Exklusive Neubewertungs­effekt erwirtschaftete das Unter­nehmen ein erfreuliches operatives Unternehmens­ergebnis von CHF 133.3 Millionen (2020: CHF 124.7 Mio.). Die Steigerung um 6.9 Prozent resultierte insbesondere aus höheren Mieterträgen aufgrund des Portfolio­wachstums und aus Gewinnen aus der Veräusserung von Entwicklungs­liegenschaften in der General­unternehmung.

Langfristige und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Geschäftstätigkeit

Mit dem Ausbau der Geschäfts­aktivitäten in der Westschweiz im Oktober 2021 hat Allreal einen wichtigen Meilenstein in der Unternehmens­geschichte erreicht. Das Unternehmen hat mit dem Zukauf von Anlage­liegenschaften in der Höhe von CHF 486 Millionen den Wert des gesamten Immobilien­portfolios erstmals auf deutlich über CHF 5 Milliarden ausgebaut. Gleichzeitig wurde damit eine geografisch breitere Diversifikation und eine Erhöhung des Wohnanteils erreicht.

Allreal akquirierte zudem ein äusserst attraktives Portfolio an Entwicklungs­projekten in den Kantonen Genf und Waadt mit einem potenziellen Investitions­volumen von über CHF 700 Millionen. Die Projekte sichern das langfristige Wachstums­potenzial über mehrere Jahre und werden durch die ebenfalls übernommene General­unternehmung Roof realisiert. Vom Ausbau der Geschäfts­aktivitäten in der Westschweiz werden somit beide Geschäftsfelder profitieren.

«Mit der Über­nahme mehrerer Gesell­schaften in der Westschweiz baut das Immobilien­unter­nehmen mit eigener General­unter­nehmung die Geschäfts­aktivitäten in der Westschweiz markant aus.»

Höhere Ausschüttung von CHF 7.00 pro Aktie beantragt

In der Berichtsperiode entwickelte sich der Börsenkurs der Allreal-Aktie volatil, aber im Jahresvergleich seitwärts. Am Stichtag notierte die Aktie bei CHF 202.00 und damit kaum verändert gegenüber dem 31. Dezember 2020. Unter Berück­sichtigung der im April 2021 erfolgten Ausschüttung von CHF 6.75 pro Aktie resultierte eine positive Gesamt­performance von 2.6 Prozent.

Angesichts der erfreulichen Gewinn­steigerung, dem Wachstums­potenzial aus der Expansion in die Westschweiz und der stabilen Geschäfts­entwicklung beantragt der Verwaltungsrat der General­versammlung vom 8. April 2022 eine um CHF 0.25 höhere Ausschüttung von CHF 7.00 pro Aktie. Diese setzt sich aus einer Dividende von CHF 3.50 pro Aktie und einer für Schweizer Privatanleger steuerfreien Auszahlung aus den Reserven aus Kapital­einlagen von CHF 3.50 pro Aktie zusammen.

Geschäftsfeld Immobilien verzeichnet sehr gute Entwicklung

Im Geschäftsfeld Immobilien erzielte Allreal ein ausgezeichnetes Resultat. Mit dem Portfolio­ausbau in der Westschweiz erhöhte sich der Marktwert der Anlage­liegenschaften auf CHF 5.11 Milliarden. Die neu ins Portfolio übernommenen Liegen­schaften sind seit Mitte Oktober 2021 ertragswirksam und haben bis Ende Jahr bereits Mieterträge in der Höhe von CHF 2.2 Millionen generiert.

Erstmals über die vollen zwölf Monate einer Berichtsperiode trug eine im zweiten Halbjahr 2020 erworbene Büroliegenschaft in Wetzikon ZH zum Ertrag bei. Zusammen mit den in der Stadt Zürich realisierten und in die Vermietung übergebenen Eigen­projekten Grünhof-Areal und Hardstrasse 299/301 erhöhte sich der Mietertrag im Geschäftsjahr 2021 auf CHF 204.4 Millionen (2020: CHF 200.4 Mio.).

Die kumulierte Leerstands­quote verharrte mit 1.6 Prozent sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch im direkten Marktvergleich auf sehr tiefem Niveau. Sie belegt die hohe Qualität des Immobilien­portfolios. Dieses Resultat ist aber auch ein Leistungs­ausweis für ein umsichtig agierendes Portfolio­management in Kombination mit einer kunden­fokussierten Bewirtschaftung. Die frühzeitige Verlängerung verschiedener für das Unternehmen wichtiger Mietverträge verspricht zusätzlich Sicherheit, dass die Leerstands­quote auch im kommenden Jahr keine grossen Veränderungen erfahren wird.

Der direkte Aufwand für die Rendite­liegenschaften lag in der Berichts­periode bei CHF 27.8 Millionen. Daraus resultierte eine Aufwands­quote von 13.6 Prozent. Die Nettorendite beträgt unter Einbezug des substanziellen Portfolio­ausbaus ansprechende 4.0 Prozent.

Aufgrund tieferer Diskontierungs- und Kapitalisierungs­zinssätze, der unverändert tiefen Leerstands­quote sowie stabilen Zahlungs­strömen aus dem Liegenschafts­geschäft ergab sich eine Aufwertung des Gesamt­portfolios um CHF 64.3 Millionen. Die durch den externen Liegenschaften­schätzer vorgenommene Neubewertung sowie die Veränderungen im Portfolio führten zu einem um rund 12.8 Prozent höheren Marktwert des Gesamt­portfolios von CHF 5.11 Milliarden.

Geschäftsfeld Generalunternehmung profitiert von hohen Verkaufserfolgen

Im Geschäftsfeld General­unternehmung erwirtschaftete Allreal einen deutlich über Vorjahr liegenden Erfolg aus General­unternehmung von CHF 53.4 Millionen (2020: CHF 46.6 Mio.). Dabei hat der Erfolg aus Verkauf Entwicklung mit CHF 21.0 Millionen (2020: CHF 3.7 Mio.) das Resultat massgeblich beeinflusst. In der Sparte Realisation gestaltete sich der Geschäfts­verlauf hingegen unverändert anspruchsvoll. Die Auswirkungen der Coronakrise machten sich teilweise erst mit Verzögerung in ineffizienten Bauprozessen und in der Folge mit steigendem Mehraufwand bemerkbar, was zu einer erheblichen Reduktion der Margen führte. Die Bruttomarge im Drittgeschäft lag bei 9.1 Prozent (2020: 12.0%).

In der Sparte Entwicklung betreut Allreal Eigen- und Drittprojekte bis zur Baueingabe in enger Zusammen­arbeit mit der Sparte Realisation. Das bearbeitete potenzielle Bauvolumen liegt bei rund CHF 1.5 Milliarden. Damit nimmt die Sparte Entwicklung eine strategische Schlüssel­position innerhalb des Unter­nehmens ein, weil sie substanziell zum forcierten Wachstum der Anlageliegen­schaften sowie der Auslastung der Sparte Realisation beiträgt.

Das von der Sparte Realisation abgewickelte Projekt­volumen sank im Berichtsjahr um 5.6 Prozent auf CHF 343.2 Millionen. Davon entfielen 78.6 Prozent auf Dritt- und 21.4 Prozent auf Eigenprojekte.

Per Ende Jahr betrug der gesicherte Arbeitsvorrat rund CHF 694 Millionen, was einer Auslastung der vorhandenen Kapazitäten von rund zwei Jahren entspricht.

Das Geschäftsfeld erzielte im Geschäftsjahr 2021 ein erfreuliches Betriebsergebnis von CHF 20.9 Millionen (2020: CHF 10.6 Mio.).

Stabile Finanzierungssituation

Die Finanz­verbindlichkeiten erhöhten sich per Stichtag im Vergleich zum Vorjahr um rund CHF 547 Millionen auf CHF 2.73 Milliarden. Per 31. Dezember 2021 notierte der durchschnittliche Zinssatz für Finanzverbindlichkeiten bei erneut rückläufigen 0.61 Prozent, und die durchschnittliche Dauer der Zinsbindung lag bei eher tiefen 44 Monaten (31.12.2020: 49 Monate).

Im Geschäftsjahr 2021 begab Allreal eine 0.6%-Obligationen­anleihe über CHF 250 Millionen und einer Laufzeit bis ins Jahr 2030. Damit hat das Unternehmen am Stichtag 49.4 Prozent der Finanz­verbindlichkeiten über den Kapitalmarkt refinanziert. Auf Festhypotheken entfielen 27.9 Prozent und auf feste Vorschüsse 22.7 Prozent.

Das Konzerneigenkapital erhöhte sich auf CHF 2.56 Milliarden, was einem Eigenkapital pro Aktie (NAV) vor latenten Steuern von CHF 177.25 entspricht. Die Eigenkapitalquote lag per Ende Jahr bei 44.1 Prozent und das Net Gearing bei 103.7 Prozent. Damit verfügt das Unternehmen nach wie vor über eine beachtliche Verschuldungs­kapazität von rund CHF 1.2 Milliarden.

Deutliches Bekenntnis für mehr Nachhaltigkeit

Mit der im Geschäftsjahr 2021 publizierten Nachhaltigkeits­strategie hat Allreal einen wichtigen Schritt für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens gemacht. Die ESG-Strategie setzt ambitionierte Ziele. So soll bis spätestens im Jahr 2050 das Portfolio der Renditeliegenschaften die CO2-Neutralität im Betrieb erreichen und bis im Jahr 2030 der Anteil der fossilen Brennstoffe beim Energieverbrauch halbiert werden.

Bis Ende des Jahres 2022 stellt das Unternehmen deshalb die vollständige Verbrauchs­erfassung der Renditeliegenschaften sicher und erarbeitet individuelle Objektstrategien. Zudem wird das Unternehmen mit einem breit angelegten Ausbau der Photovoltaikanlagen und der Erneuerung von Gebäudeleitsystemen starten. Einen weiteren Beitrag zur Absenkung der Emissionen soll die aktive Steuerung des Nutzerverhaltens leisten.

Mit Blick auf die Tätigkeiten der General­unternehmung setzt Allreal auf den konsequenten Einsatz von wieder­verwend­baren Materialien. Bei Eigenprojekten soll so rasch als möglich der gesamte Lebenszyklus eines Materials berücksichtigt werden.

Wachstumskurs stützt positiven Ausblick für das Geschäftsjahr 2022

Angesichts des im historischen Vergleich anhaltend tiefen Zinsniveaus und der guten konjunkturellen Entwicklung sind die Aussichten für die Schweizer Immobilien- und Baubranche gut. Für das laufende Geschäftsjahr geht Allreal aufgrund des Portfolio­wachstums in der Westschweiz von steigenden Liegenschafts­erträgen und in der Folge auch einem höheren Gewinn im Geschäftsfeld Immobilien aus. Im Geschäftsfeld General­unternehmung rechnet das Unternehmen mit einer Stabilisierung des Erfolgs aus Geschäftstätigkeit. Das bewährte Geschäftsmodell mit der Kombination Immobilien und General­unternehmung hat somit Bestand.

Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet Allreal deshalb ein operatives Unternehmens­ergebnis, das über dem Vorjahr liegen wird.

Der Verwaltungsrat und die Gruppen­leitung danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Beitrag zum Unternehmens­erfolg und den Aktionärinnen und Aktionären für das entgegen­gebrachte Vertrauen.