Compliance

Integriertes Qualitäts­management

Allreal verfügt über ein umfassendes und standardisiertes Qualitäts- und Kosten­management, das konsequent umgesetzt und laufend aktualisiert wird. Die webbasierte Datenbank «Prozesse bei Allreal für Qualität» (PAQ) definiert Standards und Prozesse und stellt allen Mitarbeitenden Hilfsmittel wie Reglemente, Vorlagen und Beispiele für die tägliche Arbeit zur Verfügung. In regel­mässigen Abständen werden alle Mitarbeitenden in der Anwendung von PAQ geschult, zuletzt für die ganze Belegschaft im Dezember 2019 und für einzelne Mitarbeiter­gruppen im Jahr 2021.

Beschaffung

Als Total- und General­unternehmung haftet Allreal für die Nicht­einhaltung der Mindest­löhne und der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeits­bedingungen durch Unter­nehmer sowie sämtliche ihnen nachfolgende Subunter­nehmer in einer Auftrags­kette. Angesichts des hohen Kosten- und Termin­drucks in der Baubranche besteht das Risiko, dass es zu Verstössen gegen arbeits- und sozial­versicherungs­rechtliche Bestimmungen kommt. Damit verbunden sind nicht nur Qualitäts-, sondern auch Haftungs- und Reputations­risiken. Allreal spricht sich dezidiert gegen Schwarzarbeit und Lohndumping aus und verpflichtet alle Auftrag­nehmer, sich lückenlos an die geltenden Bestimmungen zu halten.

Im Jahr 2021 wurden auf Allreal-Baustellen diesbezüglich keine Verstösse registriert. Um das Risiko von Zuwider­handlungen gegen das Entsende­gesetz weiter zu minimieren, setzt das Unter­nehmen auf diverse Mass­nahmen. Dazu zählen beispiels­weise strenge Vertrags­bedingungen, eine Ausweis­pflicht für Bauhand­werker oder Zutritts­kontrollen auf Gross­baustellen. Allreal hat mit dem Programm Qualiconstruct ein Zusamme­narbeits­modell entwickelt und kooperiert besonders eng und partner­schaftlich mit ausgewählten Unter­nehmen, die sich durch einen grossen Leistungs­ausweis bezüglich Qualität, Wirtschaftlichkeit, Bonität und Innovations­kraft auszeichnen. Per Ende 2021 sind insgesamt 55 Unter­nehmen in 14 Arbeits­gattungen Teil dieses Programms. Die Zugehörigkeit der einzelnen Unter­nehmen zu Qualiconstruct wird jährlich überprüft.

Seit März 2020 arbeitet Allreal zudem mit dem paritätischen Informations­system Allianz Bau (ISAB). Die datenbasierte elektronische Plattform wird von den grössten Sozial­partnern im Bauhaupt- und Ausbau­gewerbe getragen und schafft grösstmögliche Transparenz bezüglich der Einhaltung der geltenden Mindest­arbeits­bedingungen durch die Unter­nehmer. Allreal verpflichtet alle beauftragten Bau­unter­nehmen, sich im ISAB zu registrieren. Auch im Geschäftsjahr 2021 setzte Allreal stark auf diese Zusammen­arbeit und hat sie noch weiter ausgebaut.

Allreal vergab, gemessen am Projektvolumen, in der Berichts­periode 99.3 Prozent der Arbeiten an in der Schweiz domizilierte Unter­nehmen und Lieferanten.

Vor Ort eingesetzte und über die gesamte Bauzeit auf der Baustelle anwesende Bauleiter von Allreal kontrollieren und steuern die Einhaltung der Normen und Gesetze sowie die Qualität der Ausführung.

Die unternehmens­eigene Service­organisation stellt sicher, dass allfällige Mängel, die nach Übergabe des Bauobjekts an die Bauherrschaft oder die Eigen­tümer auftreten, schnell und unkompliziert behoben werden. Für die Administration der Mängel­behebung steht den Verantwortlichen eine eigens entwickelte, leistungsfähige Online-Plattform zur Verfügung. Durch die systematische Erfassung der Mängel besteht zudem die Gewähr, dass allfällige Häufungen von Mängeln entdeckt und künftig bereits bei der Planung verhindert werden.

Kundenumfragen

Sowohl Kunden, die von Allreal Wohn­eigentum erworben haben, wie auch eine Auswahl von Bauherr­schaften von Dritt­projekten erhalten nach Beendigung der Bauarbeiten die Möglichkeit, das Unter­nehmen anhand eines standardisierten Frage­bogens zu bewerten und konkrete Verbesserungs­vorschläge anzubringen. Während des Geschäftsjahrs 2021 wurden 15 Frage­bögen retourniert. In der Gesamt­beurteilung waren dabei 67 Prozent der Bauherr­schaften von Dritt­projekten mit Allreal «sehr zufrieden», die restlichen 33 Prozent «zufrieden». Von den Käufern von Wohn­eigentum würden 89 Prozent Allreal weiter­empfehlen.

GRI 205

Allreal-Verhaltenskodex

Der für die gesamte Allreal-Gruppe verbindliche Verhaltens­kodex beschreibt das von Mitarbeitenden und Geschäfts­partnern erwartete Geschäfts­gebaren und definiert damit einerseits die Leitplanken, die ohne Ausnahmen und Einschränkungen zu respektieren und mitzutragen sind. Andererseits sind auch die Sanktionen bei Verstössen festgehalten. Das eigen­verant­wortliche Einhalten ethischer Standards und das strikte Befolgen aller für das Unter­nehmen relevanten Gesetze bilden die Basis allen unter­nehmerischen Handelns. 

In dem seit dem Jahr 2018 bestehenden Verhaltens­kodex hat Allreal die folgenden Korruptions­risiken als wesentlich definiert und berück­sichtigt: die Vergabe von Planer- und Subunter­nehmer­leistungen, die Vergabe von Aufträgen für Bewirt­schaftung und Facility Management, die Akquisition von Entwicklungs­liegenschaften, die Akquisition von GU-/TU-Aufträgen und den Kauf/Verkauf von Rendite­liegenschaften. Alle neu eintretenden Mitarbeitenden werden über den Verhaltens­kodex in Kenntnis gesetzt. Darüber hinaus findet jährlich eine obligatorische Schulung aller Mitarbeitenden zu einem Thema aus dem Verhaltens­kodex statt. 

Im Geschäftsjahr 2021 musste das Arbeits­verhältnis mit einer Person infolge Verstosses gegen den Verhaltens­kodex aufgelöst werden.

Verhaltenskodex (PDF)

GRI 307, 406, 418, 419

Unabhängige externe Meldestelle

Sowohl Mitarbeitende als auch Dritte, die Verstösse gegen geltende Gesetze oder gegen den Verhaltens­kodex feststellen oder vermuten, haben die Möglichkeit, dies einer unabhängigen externen Stelle zu melden. Die Meldung erfolgt dabei über ein im Allreal-Intranet und auf der Website des Unter­nehmens verfügbares Online-Formular. Die Anonymität von Hinweis­gebern und der vertrauliche Umgang mit Informationen sind dank eines Drittanbieters in jedem Fall gewahrt. Die unabhängige externe Meldestelle stellt sicher, dass für einen Hinweisgeber aus der Kontakt­aufnahme keinerlei Nachteile resultieren.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine Vorfälle gemeldet.

Als Ergänzung zur bestehenden unabhängigen externen Meldestelle, welche auch Dritten zur Verfügung steht, arbeitet Allreal mit der Fachstelle Mobbing und Belästigung zusammen. Die Fachstelle berät Mitarbeitende wie auch die Gruppen­leitung bei Anzeichen von Mobbing, sexueller Belästigung und Diskriminierung unter Wahrung der Anonymität. Eine Schulung der Mitarbeitenden zu diesem Thema fand im Oktober/November 2021 statt. Daran haben 156 Mitarbeitende sowie 42 Mitarbeitende mit Vorgesetzten­funktion teilgenommen. In der Berichts­periode wurden keine Verdachts­fälle von Mobbing, sexueller Belästigung oder Diskriminierung registriert.

Bezüglich Verletzungen des Schutzes von Kundendaten und der Diskriminierungs­freiheit wurden 2021 keine Verstösse gemeldet. Auch wurden im Berichts­zeitraum keine Sanktionen oder Bussen gegen Allreal hinsichtlich der Nicht­einhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen oder im wirtschaftlichen Bereich oder der Nicht­einhaltung von Umwelt­schutz­gesetzen ausgesprochen.